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Alle Photos auf dieser Seite sind Eigentum von The Violin Project, Thomas Müthing GbR.
Kopie, Verbreitung und anderweitige Verwendung ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung sind untersagt.


Die Instrumenten-Sammlun
g der
Ro
yal Academy of Music, London


The Royal Academy of Music, Marylebone, London

Die Royal Academy of Music ist eine Musikhochschule in London, England, und zugleich eine der führenden
Musikinstitutionen weltweit. Die Royal Academy of Music wurde 1822 von Lord Burghersh und dem Harfenisten
Nicolas Bochsa
gegründet und erhielt 1830 einen offiziellen Rechtsstatus (Royal Charter) durch den König Georg IV.
"zur Förderung der Pflege der Musikwissenschaften und Gewährung aller Möglichkeiten, darin Vollkommenheit zu
erlangen durch Unterstützung und gründliche Belehrung Aller, die den Wunsch haben, darin Wissen zu erwerben"
 ("to promote the cultivation of the science of music and to afford facilities for attaining perfection in it by assisting
with general instruction all persons desirous of acquiring knowledge thereof"
). Seitdem haben zahlreiche prominente
Musiker an der Academy studiert. Der Komponist und Musikpädagoge Cipriani Potter war von 1832 bis 1859 Prinzipal
der Royal Academy of Music und prägte diese.

Die Academy genießt eine bevorzugte Lage im zentralen London in Nachbarschaft zum Regent's Park.
Die Einrichtungen, die auch die Duke's Hall mit 450 Sitzplätzen und ein modernes Theater umfassen, wurden
2001 erweitert durch die Eröffnung eines neuen Konzertsaals mit 150 Plätzen sowie die York Gate Collections, ein
 öffentliches Museum für Musikinstrumente und Einzelstücke aus den herausragenden Sammlungen der Academy.
Die Royal Academy of Music besitzt eine hochwertige Sammlung von über 200 Saiteninstrumenten der
Violinenfamilie. Diese wurden für Studenten und Neuzugänger erworben, werden durch die Geigenbauer der
Academy instand gehalten und umfassen verschiedene Stradivaris, Amatis und Guarneris. Die Sammlung der
Bibliothek zählt über 160.000 Stück, mit einem umfangreichen Bestand an Büchern und Musikausgaben
einschließlich bedeutender Sammlungen von Erstausgaben und Manuskripten, sowie guter Ausstattung mit
Anhörmöglichkeiten. Die Bibliothek beherbergt auch das Sir Arthur Sullivan-Archiv und ein Sir Henry Wood-Archiv.
Zum wertvollsten Besitz der Bibliothek gehören die Handschriften von Henry Purcells The Fairy Queen, Arthur
Sullivans Mikado, Ralph Vaughan Williams Fantasia on a Theme of Thomas Tallis und Serenade to Music sowie diejenige
des neu entdeckten Gloria von Georg Friedrich Händel ("Dieses Stück verschafft Sängern und Spielern grenzenlose Freude"
 - Rodney Milnes in The Times, März 2001). Die Unterstützung durch den National Heritage Memorial Fund ermöglichte
den Erwerb der Robert Spencer Collection – eine der herausragendsten Sammlungen früher englischer Gesangs- und
Lautenmusik, wie auch einer schönen Sammlung von Lauten und Gitarren. Die York Gate Collections können nun
viele Stücke daraus zeigen. Die Orchesterbibliothek besitzt über 4.500 Sätze von Orchesterstimmen und wird permanent
 durch Neuzugänge ergänzt. Wichtige Sammlungsbestände bilden die Bibliotheken von Sir Henry Wood und Otto Klemperer.

Die Instrumentensammlung der Royal Academy of Music befindet sich
in deren Hauptgebäude in der
Marylebone Road, London NW1 5HT, UK,
direkt neben Madame Toussauds und unweit der U-Bahn Station"Baker Street".
Der Eintritt ist frei.

Nachfolgend finden Sie einige Beispiele aus der Instrumentensammlung:

Klicken Sie jeweils auf die einzelnen Photos für deren Vollansicht.
1. Die "Kustendyke" Stradivari, Cremona 1699

Strad 1699
Strad 1699 Strad 1699 Strad 1699 Strad 1699

Die "Kustendyke"-Stradivari von 1699 gehört zu den letzten Instrumenten, bei denen Stradivari über einen längeren und schmaleren
Korpus eine Verbesserung des Klangs erzielen wollte. Die sogenannten "long pattern" Strads stammen alle aus den Jahren 1690-1700,
danach gab er dieses Experiment auf, weil sich der entsprechende klangliche Fortschritt nicht einstellen wollte. Seinen Namen
verdankt die Geige einem früheren Besitzer, dem Baron von Kustendyke.
2. Die "Maurin" Stradivari, Cremona 1718

Strad 1718 Strad 1718 Strad 1718 Strad 1718

Die "Maurin"-Stradivari ist ein Exemplar aus der sogenannten "goldenen Periode" seiner Werkstatt zwischen
1700 und 1725. 1718 war Stradivari bereits 74 Jehre alt, in seiner Werkstatt arbeiteten zu dieser Zeit seine
Söhne wie auch andere Cremoneser Geigenbauer mit. Typisch für die Instrumente aus der goldenen Periode
ist der größere Abstand der oberen "Augen" der f-Löcher.
3. Violine von Niccolò Amati, Cremona 1662

Amati 1662 Amati 1662 Amati 1662 Amati 1662 Amati 1662

Niccolò Amati (1596-1684) war der hervorragende Geigenbauer der Amati-Dynastie. Ab 1630 war er selbständig, und
seine Werkstatt gewann in den folgenden Jahrzehnten noch an Bedeutung, da nicht wenige Geigenbauer der Pest in
Cremona zum Opfer fielen. Er bildete u.a. den Begründer der Guarneri-Dynastie, Andrea, aus. Die 1662er Geige hat keinen "Spitznamen".

4. weitere Streichinstrumente und andere Exponate aus der Sammlung

Barrett 1725 "Violine Piccolo" Violine Henry Jay, England, 1768 Violine Thomas Smith, London, 1760 Konzertplakat für Paganini

Instrumente oben (von links): Violine "Piccolo" von John Barrett, London 1725; Bratsche von Henry Jay, London 1768;
Violine von Thomas Smith, London 1760.
Daneben ein Werbeplakat für ein Konzert von Niccolò Paganini.

Cello Gagliano, 1724 Cello Gagliano, 1724 Bust of Lionel Tertis Urdruck eines Violinkonzerts von Viotti

Cello von Alessandro Gagliano, Neapel 1724
(Schnecke, Zarge); Büste des berühmtesten englischen
Bratschers, Lionel Tertis;
Urdruck eines Violinkonzerts von Viotti.

Piano Erard, London 1840 Piano Pleyel, Paris 1843

Neben den Streichinstrumenten beherbergt die Royal Academy auch eine kleine, aber feine Sammlung historischer
Cembalos, Hammerklaviere und Konzertflügel. Obere Reihe: Flügel von Erard, London 1840 (links), Klavier von Pleyel, Paris 1843.
Untere Reihe: Virginal, unbekannter italienischer Bauer 1600-1650 (links), Konzertflügel von John Broadwood & Sons, London 1805.
Rechts unten eine Büste des berühmten englischen Pianisten Clifford Curzon.

Polygonales Virginal, anonymus, italienisch 1650 Konzertflügel John Broadwood & Sons, London, 1805 Bust of Clifford Curzon

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